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Samstag, 13. Februar 2016

Heute zur Diskussion *** '''Wer ist schuld daran, dass Menschen zu Rassisten werden?'''



'''Wer ist schuld daran, dass Menschen zu Rassisten werden?'''
Versuch einer Antwort.


Ich habe bestimmt keine Rassen-, Standes- oder religiöse Vorurteile. Es genügt für mich, zu wissen
jemand ist ein Mensch – schlimmer kann er nicht sein.
Mark Twain
Der Spruch darf mit Autorenangabe frei verwendet werden, da die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist 
(† 21. April 1910)



Einer meiner Leitsätze lautet: Nichts ist so schlecht, dass es nicht wenigstens als schlechtes Beispiel gut ist. So gesehen bietet die aktuelle gesellschaftliche / gesellschaftspolitische Situation in Deutschland die Möglichkeit, einmal darüber nachzudenken, woher eigentlich „plötzlich“ dieser alltägliche Rassismus eigentlich kommt. War er schon immer da und wir haben ihn nur nicht bemerken wollen? 

Ist es eigentlich gar nichts Schlimmes, sondern eine wissenschaftlich belegte Tatsache, von der Überlegenheit eines bestimmten Menschenschlags auszugehen? Ist Rassismus auf eine bestimmte Hautfarbe begrenzt oder muss man(n) genauer hinschauen? Was ist das eigentlich, wenn die „Neue Rechte“ gar nicht mehr von Rassen spricht, sondern von Kulturalismus?





Ich möchte mit diesem Artikel nicht etwa eine umfassende Erklärung des Phänomens Rassismus liefern, sondern einige Gedankengänge formulieren, die sich dieser Haltung sehr grundsätzlich nähern, denn ich habe den Eindruck, dass die momentan in der öffentlichen Berichterstattung verwendeten Deutungsmuster nicht genügen, nur an der Oberfläche suchen. 

Da Rassismus ja nicht nur in Deutschland, Europa, „dem Westen“ vorkommt, sondern auch in jenen Weltgegenden, deren Bewohner bei uns rassistisch diskriminiert werden, sollte man nach den Bedingungen suchen, die all diese Gegenden gemeinsam sind… vielleicht findet man dann ein grundsätzlicheres Denkmuster.

'''Rassismus und Wissenschaft'''

Auch wenn die Menschen in unserer heutigen Gesellschaft als aufgeklärt gelten oder wenigstens so bezeichnet werden, verwenden noch immer Viele ein Denkmuster, das Menschen aus unterschiedlichen Weltgegenden als verschiedene Rassen beschreibt. Dabei wird als gültig angenommen, dass „Rasse“ (in der biologistischen Bedeutung) als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften deutet und – hier beginnt der wirkliche Rassismus – Rassen nach Wertigkeit einteilt.

Dabei ist Rassismus natürlich kein speziell deutsches Phänomen, wobei für die Erklärung woher dieser alltägliche Rassismus hierzulande kommt, ein Blick in unsere jüngere Geschichte erhellend ist. Karl Ernst von Baer, ein Naturforscher in 19. Jahrhundert, der wohl aus religiösen Gründen den Darwinismus ablehnte und stattdessen die Ursache von unterschiedlicher Entwicklung der Organismen in inneren Ursachen sah, nahm eine systematische Einteilung der Menschen in Rassen vor. Das bedeutet: Unabhängig von seiner Herkunft kann Rassismus jeden Menschen betreffen.

'''Rassismus und Herrschaft'''

Im Zeitalter des Kolonialismus (Anfang des 17. bis Mitte des 20. Jahrhundert !) war es für die Herrschenden sehr passend, dass sie Menschen mit rassistischen Vorurteilen „zur Verfügung“ hatten, die es nicht als Unrecht empfanden, sich über andere Menschen (aufgrund ihrer sog. Zugehörigkeit zu einer anderen, niedrigeren Rasse) zu stellen. 

Daraus wurde dann später ein „institutioneller Rassismus“ entwickelt, der bestimmten Gruppen sogar die Existenzberechtigung absprach. Rassistische Theorien und Argumentationsmuster dienen der Rechtfertigung von Herrschaftsverhältnissen und der Mobilisierung von Menschen für politische Ziele; die Folgen dieses Institutionellen Rassismus reichen von Vorurteilen und Diskriminierung über Rassentrennung, Sklaverei und Pogrome bis zu sogenannten „ethnischen Säuberungen“ und Völkermord.

'''Rassismus und Wirtschaftssystem'''

Robert Miles, ein britischer Soziologe und Politikwissenschaftler, dessen Forschungsschwerpunkt auf der Rassismus-Forschung liegt und dessen Buch von 1989 „Rassismus - Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs", das als ein Schlüsselwerk über den Rassismus und seine Geschichte gilt, hat keinen Zweifel daran gelassen, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Rassismus und Kapitalismus gibt.

Miles argumentiert in seiner Arbeit dahingehend, dass „Rassenkonstruktion und Rassismus unter bestimmten historischen Bedingungen für zwei Dimensionen der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise zu zentralen Momenten geworden sind.“ Die erste Dimension betreffe den Staat, der bei der Aufrechterhaltung der Bedingungen für die Reproduktion eine wichtige Rolle spiele. Dabei gehe es vor allem um das Gefühl einer „fiktiven Gemeinsamkeit“. Die zweite Dimension betreffe die Situierung der Menschen in Klassenverhältnissen.

Der Kapitalismus beruht auf dem Vorgang der materiellen Enteignung und gleichzeitiger Konzentration von Kapital. So entstanden zwei entscheidende Gruppen: Einerseits die sog. Arbeitgeber, die Produktionsmittel und Kapital besaßen; andererseits die sog. Arbeitnehmer, die ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellten. Alte Hierarchien – wie etwa die Vormachtstellung von Klerus und Adel – wurden revolutioniert.

Als neue Elite versuchte sich eine Bourgeoisie zu etablieren. Eine zentrale Rolle bei diesem Prozess spielte dabei der Staat. Schließlich seien „Enteignung und Konzentration der Produktionsmittel“ normalerweise durch eine „Kombination von gesetzlichen Verfahrensweisen und physischer Gewalt“ durchgesetzt worden. Die Bourgeoisie musste sich also der Macht des Staates bedienen, um alte Herrschaftsformen umzustoßen.

Ziel sei dabei die „Sicherung der politischen Kontrolle über ein Territorium“ gewesen, um „eine Kapitalakkumulation zu garantieren“. Uund letztlich das "moderne" Regierungshandeln, nachdem es Aufgabe der Regierung sei, die Reichen vor den Armen zu schützen, stammt von einem Europäer: Friedrich von Hayek (und andere) begründeten den Neoliberalismus.nd letztlich ist das „moderne“ Regierungshandeln, nach dem es Aufgabe von Regierungen sei, die Reichen vor den Armen zu schützen, nicht erst seit Friedrich von Hayek und seinen neoliberalen Ideen in Europa aktuell. Neoliberalismus stellt lediglich eine Fortsetzung der der Interessenvertretung der Bourgeoisie dar.

Sevim Dagdelen (MDB) sagt: Zwar kann es Rassismus ohne Kapitalismus geben, aber keinen Kapitalismus ohne Rassismus. Klar ist dabei, dass Rassismus nicht nur ein nachkoloniales Phänomen, das sich nur in kapitalistischen Gesellschaften findet, sondern auch ein nachkapitalistisches Phänomen ist. Das ergibt sich allein daraus, dass das Sein ein Bewusstsein geschaffen hat, das Ideologie als auch Mechanismen fortbestehen lässt. Ein erweiterter Rassismusbegriff kann auch eine Vielzahl anderer Kategorien miteinbeziehen.

'''Rassismus und Staat'''

Da ist es doch naheliegend, dass es in Deutschland (und anderswo natürlich auch) opportun ist, Rassismus vorwiegend als ein Problem der extremen Rechten zu betrachten oder wenigstens so zu tun, als sei das so. Damit muss man sich mit dem Thema nicht eingehender befassen… sowohl diejenigen nicht, denen der Rassismus nützt, als auch jene nicht, die eigentlich guten Willens sind, aber denen die Aufarbeitung der komplexen Strukturen und der vielfältigen Erscheinungsformen des Rassismus als undurchführbare Aufgabe erscheinen mag, da sie ein Wahlamt inne haben und das Thema in einer Wahlzeit nicht zu erledigen ist.

Übrigens hat sich Deutschland des Themas zwar zu nähern versucht, doch letztlich das Problem auf die internationale Ebene verschoben. Wenn Rassismus schon ein weltweites Problem ist, sollen sich doch die Vereinten Nationen damit beschäftigen. Die machen dann eine Charta, die erkennt man an und schon muss man es seitens unserer Regierung nicht mehr sagen lassen, man hätte sich nicht gekümmert. 

Was man alles zu tun hätte, geht aus dem Text hervor, der seitens der Vereinten Nationen im Jahre 1966 für „racial discrimination" verfasst wurde. Danach ist „Rassendiskiminierung" bzw. rassistische Diskriminierung „any distinction, exclusion, restriction or preference based on wace, colour, descent, or national or ethnic origin". Die Konvention der Vereinten Nationen unterscheidet also nicht zwischen rassischer und ethnischer Diskriminierung.

'''Bildung ist die Weitergabe der Dummheit'''

Die ersten Sätze im Buch „Wie eine Meinung in einem Kopf entsteht – Über das Herstellen von Untertanen“ (von E.A. Rauter, 1971) lauten: „In der Schule werden Menschen gemacht. Den Vorgang des Menschenmachens nennt man Erziehung. Das Elternhaus, das Kino, das Fernsehen, das Theater, der Rundfunk, die Zeitungen, Bücher und Plakate sind Schulen in weiterem Sinne. Alle Stellen, die Informationen vermitteln, sind Schulen.“ Das Buch wurde 1971 geschrieben, weswegen das Internet natürlich noch nicht explizit genannt werden konnte. Zum Machen von Dingen verwendet man Werkzeuge. Das Werkzeug mit dem Menschen gemacht werden, ist die Information.“

Will man mir bis hier hin folgen, dann ergeben sich Konsequenzen, die sich über Generationen verfolgen lassen und über Generationsgrenzen hinaus wirksam sind. Zunächst einmal (ohne Nützlichkeitserwägungen zu unterstellen) wertneutral festgestellt: Wenn es in Europa (inkl. Deutschland natürlich) über Jahrhunderte (Kolonialismus) eine „Erziehung der rassischen Überlegenheit“ gab, dann wird eine dadurch verursachte Haltung zu einem Grundmuster. Menschen die dies entweder nicht einsehen wollen oder können, werden diese Haltung als Elternhaus an die nächste Generation weitergeben. Treten dann nicht gleichzeitig gesellschaftliche, staatliche oder wenigstens starke politische Gegenbewegungen auf, wird der neuen Generation ein Fehlverhalten nicht nur nicht auffallen, sondern sie werden ihr Überlegenheitsgefühl gegenüber Menschen anderer Herkunft für richtig halten.

Betrachten wir nun die jüngere Geschichte Deutschlands seit seinem nationalstaatlichen Entstehen 1871 (länger gibt es Deutschland ja nicht). Bedenkt man dabei das Wort des Anthropologe Helmuth Plessner von der „verspäteten Nation“ (andere Nationen z.B. England und Frankreich waren schon weiter und erfolgreich), aus dem man auch – je nach Interessenlage – den Begriff „zuspätgekommen“ implizieren kann, wird man feststellen, dass während der Kaiserzeit Wilhelm II. ein geradezu aggressiver Rassismus herrschte (Stichwort Deutsch SüdWest).

Dieser Staat führte die Deutschen direkt in den Ersten Weltkrieg, in dem (typisch rassistisch) viel von Erbfeindschaft (gegen Westen) und den roten Barbaren (gegen Osten) die Rede war. Darauf folgte der demokratische Versuch der Weimarer Republik, die daran scheiterte, weil die sog. Eliteneinfach nicht demokratisch, sondern Herr im Hause sein wollten. Der Versuch führte direkt in den schlimmsten „institutionellen Rassismus“ den man sich verstellen kann und in den Zweiten Weltkrieg.

Vom Erziehungsaspekt aus betrachtet, endete die Nazi-Zeit nicht 1945. Längst war nicht nur der alte koloniale Rassismus in der älteren Generation (soweit noch vorhanden) manifest, eine mittlere Generation mehrheitlich in den institutionellen Rassismus verstrickt, sondern eine komplette neue Generation mit dem neuen faschistischen Gedankengut ausgestattet. Erst eine Generation später meldete sich, im Zuge der Proteste gegen den Vietnam-Krieg, dem Aufkommen des Feminismus, der Anti-Autoritären-Erziehung, der APO-Bewegung oder auch allgemein der 68er-Zeit, so etwas wie ein Anti-Rassistisches-Gewissen; man wollte alte Erziehung überwinden.

Nur hatte man wieder die Rechnung ohne die alten Eliten gemacht, die nach wie vor in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, vor allem aber in den Medien fest verankert waren. Sofort setzte die Reaktion ein und diffamierte die 68er in weiten Teilen der Bevölkerung mindestens als Spinner und, in dem man manche Protagonisten kriminalisierte, erhielt man ein Totschlagsargument, mit dem jede Diskussion über gesellschaftliche Reformen im Keim ersticken konnte. Wieder konnte keine Rassismus-Debatte stattfinden. Die letzte Nazi-Generation war unreflektiert erwachsen geworden und erzog ihre Kinder…


'''Wir wurden Weltmeister aller Klassen'''

Noch gab es die DDR, in der „nicht sein konnte, was nicht sein durfte“. Es herrschte schließlich der real existierende Sozialismus… und die Nazis waren ALLE m Westen. So wie man im Westen Exportweltmeister wurde, so wurde man im Ostblock ebenfalls wirtschaftlicher Musterknabe; und in beiden Systemen fehlten Arbeitskräfte. Die wurden im Ausland akquiriert; es kamen die sog. Gastarbeiter. Damit alle schön den Schnabel hielten, wurden die Beschäftigten gegeneinander ausgespielt. Dazu konnten der Kapitalismus einerseits und der staatsmonopolistische Kapitalismus andererseits, bequem die Rassismus-Karte ziehen; die eingeübten Denkmuster funktionierten.

Und weil das in den 1950er Jahren so schön mit den Heimatvertriebenen funktioniert hatte (man möge sich Berichte darüber anschauen – die waren selten willkommen), machte man in den 1960 und den 1970er Jahren mit den Gastarbeitern gerade so weiter. Dann setzte man das in den 1980ern mit den sog. Spätaussiedlern und den Systemflüchtlingen fort, um das Instrument in den 1990ern auf die Kriegsflüchtlinge vom Balkan anzuwenden. Eine speziellere Form des Rassismus richtete man in den 2000er Jahren von interessierter Seite aus, gegen Soziallhilfeempfänger, Langzeitarbeitslose und generell gegen Arme. Und – Halleluja – zum Glück haben wir jetzt überall Bürgerkriege initialisiert, unterstützt oder gar mitgemacht und können so ungebrochen weiter machen.

Das dem Konkurrenz- und Zins-Kapitalismus innewohnende Prinzip des immerwährenden Wachstums stößt an seine Grenzen – in immer kürzeren Zyklen kommt es zu Krisen. Den sog. Eliten war es zumindest ein paar Jahre lang peinlich, dass ihr „Wohlstand für alle – durch Neoliberalismus“ ihr „Ewiges Wachstum“ und ihr „Weniger Staat – mehr Privat“ doch glatt versagt hat und uns stattdessen direkt in die Krise führte. Letztlich war man klammheimlich froh, dass man noch nicht so erfolgreich gewesen ist wie man es sich gewünscht hätte… sonst wäre kein rettender Staat mehr dagewesen und eingedenk dieser Tatsache, haben sich selbst die üblichen (und fast peinlichen) Lautsprecher des Liberalismus zeitweise den Mund gehalten.

Das Ganze ist jetzt schon etwas länger her und vielleicht glaubt man, dass nun die Zeit gekommen sei, dort fortzusetzen, wo man 2008 unterbrochen wurde. Dabei stört es eben gewaltig, wenn man eine „zu sozialdemokratische“ Kanzlerin hat. Man knüpft wieder an die Vertreter der sog. Österreichischen Schule der Mont Pelerin Society an; dabei beziehen sich die Mitglieder verschiedener Think-Tanks lieber nicht auf Leute wie F.A. Hayek oder Milton Friedman, sondern gleich auf den Ökonomie-Extremist Ludwig von Mises, der angeblich als einziger Ökonom (er selbst nannte sich Sozialphilosoph) vor der Geschichte bestanden hätte.

Er soll anlässlich einer Konferenz der o.g. (von Hayek gegründeten und geleiteten) Mont Pelerin Society ausgerufen haben: „Ihr seid ja alle Sozialisten!“ Dann erklärte ausführlicher: „Wenn einmal der Grundgedanke des Sozialismus und Interventionismus, dass nämlich die Marktwirtschaft die Mehrheit des Volkes zugunsten einer Minderheit von Profitmachern benachteilige, als richtig unterstellt wird, dann ist der liberale Standpunkt preisgegeben.“ Aber, fragte Jürgen Nordmann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Wer außer Insidern kennt schon die Mont Pelerin Society (MPS), die die einen für den Gral der Freiheit, die anderen für das ideologische Nordkorea des globalen Kapitalismus halten?“

Diesen Leuten ist die Ungleichheit bei der Vermögensverteilung noch nicht groß genug und deshalb schrieb ein nicht namentlich genannter Mensch auf der Seite eines sog. Think-Tanks: „Ungleichheit gilt vielfach als Missstand, dem es abzuhelfen gilt. Einer jüngsten Umfrage zufolge halten über 80% der Deutschen die Einkommens- und Vermögensverteilung für sozial ungerecht. Sie sitzen damit einem großen Irrtum auf, zu dem sie von den Sozialdemokraten aller Parteien verleitet werden.“ Weiter ist eine ihrer dreisten Behauptungen und ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht: „Trotz der derzeit erdrückenden Dominanz der Ideologie der "sozialen Gerechtigkeit" hilft die Globalisierung dabei, die Ungleichheit zu vergrößern. 

Es besteht die Hoffnung, dass sich die "soziale Gerechtigkeit" im weltweiten Wettbewerb tot läuft. Dass diese Schande, um mit Hayek zu sprechen, ein Ende findet, daran können wir alle mitwirken, jederzeit und überall.“ Und das machen diese Ökonomie-Vordenker im Hintergrund auch ständig und ganz in ihrem Sinne, und natürlich in ihrem eigenen Interesse, folgen die oben genannten Medien. Im Windschatten der sog. „Bewältigung des Flüchtlingsproblems“, werden weitere Rechte eingeschränkt… die Bevölkerung mit dem alltäglichen Rassismus vom Mitdenken abgehalten.


'''Zum Schluss'''

Es ist im historischen Rückblick feststellbar, dass ein kapitalistisches System das in Schwierigkeiten gerät immer nach rechts rückt. Es werden Freiheiten beschnitten, soziale Standards abgebaut, Überwachung forciert, letztlich Gewalt gegen innen und außen angewendet. Komme was wolle, wir müssen – zu jedem Preis – die Nr.1 bleiben. Dabei ist Rassismus eine dem System nützliche, lange eingeübte und in der Bevölkerung verankerte Ideologie und mitnichten eine wissenschaftlich belegte Konstante oder gar ein Naturgesetz.

In einer modernen Aufgeklärten Welt wird zur Distanzierung vom Rassebegriff in der Humanbiologie heute nur noch eine (willkürliche) Untergliederung des Menschen in Populationen vorgenommen. In der Biologie ist Homo sapiens die einzige rezente Art und wird weder in „Rassen“ noch in Unterarten unterteilt. Deshalb weicht die sog. Neue Rechte auch auf den Begriff des Kulturalismus aus. Aber Konzepte, die Kultur nicht als historisch konstruiert und nicht als veränderbar betrachten, und in denen Vorstellungen von Kultur „in einem solchen Maße verdinglicht und essentialisiert werden“, dass Kultur „zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird“, werden von einigen Forschern auch als „kultureller Rassismus“ bezeichnet; also alter Wein in neuen Schläuchen.

Übrigens, der Begriff des Rassismus überlappt – mehr oder minder stark – mit dem der Fremdenfeindlichkeit und lässt sich oft nur ungenau von diesem unterscheiden. Teile der Sozialwissenschaft unterscheiden zwar zwischen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, aber ich persönlich halte das mindestens für fragwürdig. Für meine Begriffe ist Rassismus im Kapitalismus systemimmanent, wird von den das System tragenden Bürgerlichen aufrechterhalten und weiter vermittelt. Rassismus ist weder eine Naturkonstante, aber auch nicht plötzlich neu entstanden, sondern latent in jedem Mitglied dieser Gesellschaft vorhanden; also in jedem von uns. Die Frage ist also, wie stark wir uns reflektieren und unempfindlich machen.

Wilfried John


Quellen:
Robert Miles „Rassismus: Einführung in die Geschichte und Theorie eines Begriffs“
Angriffe auf Merkel – Die Bürgerlichen wittern ihre Chance


Mittwoch, 3. Februar 2016

Heute zur Diskussion *** Sallah Abdeslams Brief an die Presse (Video und PDF)



Heute zur Diskussion
Sallah Abdeslams Brief an die Presse (Video und PDF) 



Das Pdf-Dokument mit allen Anmerkungen und Orginal-Fotos steht über den nachfogenden Link bereit zum Downloaden:

http://www.bannjongg.com/seiten/Isisplan.pdf


Montag, 25. Januar 2016

Heute zur Diskussion *** Bild einer 16-Jährigen über die Deutsche Asylpolitik!

Bild einer 16-Jährigen über Asylpolitik!

Ihr macht Deutschland kaputt!   




Veröffentlicht am 20.01.2016
Der FB Account des Mädchens wurde schon gesperrt und das Video auf FB ebenfalls:
https://www.facebook.com/bibi.wilhail...
https://www.facebook.com/Freiheitlich...

Artikel britischer Presse:
http://www.breitbart.com/london/2016/...
(erschienen am 22.01.2016)

Bitte teilen und weiter verbreiten!
Hier ein Link zu YoutubeVideoDownloader:
http://youtubemultidownloader.com/

Montag, 18. Januar 2016

Heute zur Diskussion *** Russlands Militär-Technologie wie von einem anderen Stern




Veröffentlicht am 13.12.2015
Wenn Russland diese Art von Technologie schon der Weltöffentlichkeit präsentiert, dann mag man sich gar nicht ausmalen, wozu sie wirklich schon im Stande sind. Sie legen mit einem Flugzeug ein ganzes Kriegsschiff plus Begleiter lahm ohne auch nur einen Soldaten zu töten.


Sonntag, 17. Januar 2016

Heute zur Diskussion *** Der Geldadel sorgt bereits vor: Geheime Bunker für Eliten und EMP-Szenarien!


Heute zur Diskussion   ***   Der Geldadel sorgt bereits vor: 
Geheime Bunker für Eliten und EMP-Szenarien!

von Don R. Wetter


Veröffentlicht am 16.01.2016

Christoph Hörstel im Interview 16.01.2016: Die geheimen Pläne der Eliten! Sie lassen sich Bunker bauen und komplett ausstatten, alle Städte sind untertunnelt! Szenarien existieren für ein EMP (Elektromagnetischer Puls), dass die ganze Elektronik lahmlegen soll.

Elektromagnetischer Puls: http://x2t.com/425967 #hörstel #deutschland #eu #bevölkerungskontrolle #macht #elite #euro #crash #aufstände #bürgerkrieg #flüchtlinge #merkel #emp #Elektronik #bunker #banken #bänker #Polizeistaat #Extremismus #geldsystem #nwo #schattenregierung #europa
Quelle: http://x2t.com/425964

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Heute zur Diskussion *** So arm sind die Deutschen wirklich!






Von wegen reiches Land - so arm sind die Deutschen wirklich







"Deutschland ist ein reiches Land." Oft ist dieser eine Satz zu hören, wenn es etwa um die Finanzierung der Kosten der Flüchtlingskrise geht. Tatsächlich besaßen die privaten Haushalte hierzulande Anfang des Jahres ein Geldvermögen von 5,2 Billionen Euro.
Doch diese Summe ist ungleich verteilt. Viele Menschen in Deutschland sind arm, können sich oft nicht einmal ein Weihnachtsgeschenk für ihre Liebsten leisten. Wir zeigen, welche Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind.

1. "Ich musste stehlen" - Alleingelassene Alleinerziehende

Dass Marek Müller* ganz unten angekommen war, merkte er, als er zum Dieb wurde. "Ich stand im Laden und als niemand in der Nähe war, steckte ich einfach etwas Obst und Gemüse in meine Jackentaschen." Klar habe er sich schlecht gefühlt. "Aber anders ging es nicht. Ich musste stehlen, damit meine Kleine und ich nicht hungern", sagt der Münchner.

Obwohl der alleinerziehende Vater mit einer 25-Stundenwoche im vergangenen Jahr gut 1000 Euro netto verdient hatte, konnte er nicht von seiner Arbeit leben. Nach Abzug von Miete und Fixkosten blieben in manchen Monaten nur 100 Euro übrig.

"Das hat natürlich nicht einmal für das Nötigste gereicht." Ein Schrank, ein Fernseher, ein Tisch, ein leeres Terrarium ein paar Stühle und ein Bett – nicht viel steht in seinem Wohnzimmer, das er auch zum Schlafen nützt. „Den Schrank habe ich mir erst vor kurzem kaufen können.“ Zuvor habe er die Kleidung eben im Bügelkorb gestapelt. Viel habe er ja eh nicht. „Zwei Hosen. Mehr ist nicht drin“, sagt er. Aufgrund einer Behördenpanne konnte er jedoch nur einige Euro Hartz IV aufstocken.

Im Kinderzimmer liegen Dutzende Stofftiere auf dem Sofa, im Regal stapeln sich Spiele und Kinderbücher“. An seiner Tochter, die mittlerweile in die Schule geht, habe er „nie gespart“.

Der Fall des deutschen Familienvaters rührte auch viele Leser der Huffington Post. Dabei kämpfen viele Papas und Mamas ohne Partner jeden Tag aufs Neue darum, ihren Kindern eine Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen.

Laut dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sind 42 Prozent aller Menschen, die ihr Kind allein erziehen, zumindest von Armut bedroht. Söhne und Töchter von Alleinerziehenden sind einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zufolge fünfmal häufiger auf Harz IV angewiesen als Kinder, die mit beiden Eltern zusammenleben.
Von der Politik werden die 2,2 Millionen Kinder, die in einem Haushalt mit nur einem Elternteil leben, noch immer benachteiligt. Den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhöhte die Bundesregierung zwischen 2004 und 2014 kein einziges Mal.

2. Die vergessene Generation – jedes fünfte Kind ist arm

Eine Schultüte soll Kindern den Start in den Ernst des Lebens versüßen. Doch immer mehr Eltern in Deutschland stellt offenbar selbst der Kauf von ein paar Spielzeugen und Süßigkeiten vor ernste finanzielle Probleme – anders ist es wohl kaum zu erklären, warum eine große Spielwarenkette in Großstädten mittlerweile spezielle Kreditfinanzierungen für Schultüten anbietet.
Von Verzicht und Mangel geprägt
Klar ist: Das Gründen einer Familie ist Sozialforschern zufolge eines der größten Armutsrisiken in Deutschland. Rund jedes fünfte Kind hierzulande lebt dem Paritätischen Wohlfahrtsverband zufolge in Armut.
"In den letzten zehn Jahren kann man nicht von irgendeiner signifikanten Verbesserung der Situation sprechen“, sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands im Gespräch mit der Huffington Post.

Von 2,6 Millionen Kindern hierzulande ist der Alltag einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von Verzicht und Mangel geprägt. 1,6 Millionen Kinder sind auf Hartz IV angewiesen. In Städten wie Berlin oder Bremenist es sogar jedes dritte Kind.
Was ein eigenes Zuhause ist, lernen viele Jungen und Mädchen ausgerechnet im reichen Deutschland niemals kennen. Die Zahl der in Notunterkünften untergebrachten Kinder hat sich etwa in München seit Oktober 2012 beinahe verdoppelt.

3. Vertuschte Armut - Ältere Arbeitslose

Trotz deutlich gesunkener Arbeitslosigkeit sind immer mehr ältere Deutsche ohne Arbeit auf Hartz IV angewiesen. So stieg die Zahl der Menschen hierzulande, die auf diese staatliche Stütze angewiesen sind, trotz der guten Konjunktur seit 2010 um 25 Prozent auf zuletzt 321.000.

Nicht in den Zahlen enthalten sind rund 163.000 Hartz-IV-Bezieher über 58 Jahre, denen ein Jahr lang keine Arbeit angeboten wurde. Diese werden nicht einmal mehr als arbeitslos gezählt.
Vorprogrammiert ist durch den Negativ-Trend eine deutliche Zunahme der Altersarmut. Denn die Hartz-IV-Bezieher erwerben keine Rentenansprüche.

4. Arm trotz Arbeit - So niedrig sind die Löhne wirklich

Ausgerechnet Deutschland galt noch vor kurzem aus Sicht vieler seiner Nachbarländer als Lohndumping-Meister Europas. Tatsächlich sanken hierzulande anders als in fast allen anderen Industriestaaten zwischen 2000 und 2010 die Reallöhne. Die unteren Gehaltsgruppen mussten in dieser Zeit sogar Einbußen von über 20 Prozent hinnehmen. Vom Euro profitierte also zunächst vor allem die Industrie und weniger die deutschen Arbeitnehmer.

2013 arbeitete jeder vierte deutsche Beschäftigte im Niedriglohnbereich, verdiente also weniger als 9,54 Euro brutto. Vor allem in Großstädten reicht dies oftmals nicht zum Leben. Über 1,2 Millionen Menschen in Deutschland müssen ihr karges Gehalt dennoch von der Arbeitsagentur aufbessern lassen.
Ich habe Angst vor der Zukunft
Sie arbeiten so wie Müller ganz normal, doch sie müssen dennoch beim Amt betteln. 1000 Euro netto wie im Fall des fleißigen Papas reichen eben nicht, um sich und ein kleines Kind über die Runden zu bringen. Geht etwas wie im Fall Müller schief, ist etwa die Waschmaschine kaputt, rutschen die Betroffenen schnell unter die Armutsgrenze.

Eigentlich soll der Mindestlohn den Deutschen seit Januar ein menschenwürdiges Einkommen garantieren. Doch es gibt viele Ausnahmen von der Lohnuntergrenze. Sie gilt etwa nicht für Auszubildende, die meisten Praktikanten oder Selbständige.

In vielen Branchen arbeiten jedoch immer mehr Menschen nicht mehr als Angestellte, sondern als sogenannte Solo-Selbständige. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gab es bereits 2013 mehr als 2,5 Millionen solcher Ein-Mann-Unternehmen in Deutschland: 28 Prozent von ihnen, also etwa 700.000, erzielten 2011 ein Brutto-Einkommen von weniger als 8,50 Euro in der Stunde.

Von "Kümmerexistenzen", spricht das DIW. Zu ihnen gehören etwa Kioskbetreiber, Journalisten oder Deutschlehrer, die Flüchtlinge unterrichten – für netto fünf oder sechs Euro die Stunde. Oft sind sie nur auf dem Papier Unternehmer, de facto scheinselbständig.

Immerhin: Ab 2011 hatten zumindest Angestellte von Garmisch bis Flensburg endlich wieder mehr in ihren Lohntüten. Dank des Mindestlohns und hoher Tarifabschlüsse lagen die Realeinkommen in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um durchschnittlich 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes.

5. Arbeit auf Abruf - Millionen unsichere Beschäftigungsverhältnisse

Mehmet Ützgür* hat keine eigene Wohnung. "Ich arbeite als Leiharbeiter für einen Autozulieferer", sagt der Oberbayer. Obwohl der Arbeitgeber des Industriearbeiters auch für mehrere große Automobilhersteller produziert, verdient Ützgür nach eigener Aussage nicht einmal neun Euro brutto in der Stunde. "Weil mein Gehalt so niedrig ist und mir als Leiharbeiter jederzeit gekündigt werden kann, gibt mir kein Vermieter eine Wohnung", sagt der Mann mittleren Alters.

Seit vielen Jahren arbeite er nun schon als Mitarbeiter auf Abruf. "Es ist doch nicht fair, dass unsere Luxusautos für viele zehntausend Euro verkauft werden, ich aber nur in einer billigen Pension leben kann", ärgert sich Ützgür. Am meisten störe ihn die fehlende Jobsicherheit.

Vielen Menschen hierzulande ergeht es so wie Ützgür. In Deutschland hat sich die Zahl der Leiharbeiter in nur einem Jahrzehnt auf im vergangenen Jahr 779.000 mehr als verdoppelt. Durchschnittlich bekam ein Leiharbeiter Ende 2013monatlich etwa 1700 Euro brutto.

Hinzu kommen noch mindestens mehrere hunderttausende sogenannte Werkvertragsarbeiter. Sie haben noch weniger Rechte als Leiharbeiter, werden formal nicht einmal von ihrem tatsächlichen Arbeitgeber beauftragt. Zudem gibt es noch Millionen von geringfügig Beschäftigten, insbesondere als 450-Euro-Jobber.
Arbeitgeberverbände und manche Ökonomen verweisen jedoch darauf, dass erst Leiharbeit und Werkverträge den Unternehmen in Deutschland die für das jüngste Jobwunder in Deutschland nötige Flexibilität gegeben habe. Selbst der DGB verbannt deshalb diese Beschäftigungsformen nicht per se. Die Arbeitnehmervertreter wünschen sich aber vor allem eine bessere Bezahlung.

6. "Nur nicht krank werden" - Arme Alte

Mariza Almenröder hat einen großen Wunsch fürs Alter: nur nicht krank werden. „Ich hoffe nur, dass ich gesund bleibe und auch noch genug hinzuverdienen kann."

Für die 63-Jährige ist klar: Ihre bisherige Wohnung werde sie sich im Ruhestand nicht mehr leisten können. Die etwa 800 Euro zu erwartende Rente werden im teuren München nicht reichen, fürchtet sie. Dabei lebt die gebürtige Kroatin schon seit 45 Jahren in Deutschland und arbeitet seither ohne Unterbrechung als Friseurin.

Mit Nebenjobs kommt sie auf eine 60-Stunden.Woche. Sie sagt: "Ich habe Angst vor der Zukunft."
Die Zahl der Deutschen, die ihren Lebensunterhalt mit ihrer Rente und dem Ersparten nicht bestreiten können, steigt seit Jahren. Über eine halbe Million alte Menschen sind derzeit auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen, das heißt der Staat stockt ihre Rente auf das Niveau von Hartz IV auf.

Im Vergleich zu 2003 beziehen dem Paritätischen Wohlfahrtsverband zufolge heute doppelt so viele Altersgrundsicherung. Für dessen Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider ist klar: "Dieser Trend wird sich spätestens ab 2025 noch deutlich beschleunigen." Wer heute schon arm trotz Arbeit sei, werde im Alter nicht besser dastehen.

7. Mehmet ist ärmer als Manuel - Migranten häufiger von Armut betroffen

Mehr als jeder fünfte Migrant in Deutschland lebte zuletzt unter der Armutsgrenze – das sind fast doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt. DieArbeitslosenquote von Ausländern liegt mit über 14 Prozent mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie bei Menschen mit deutschem Pass.

8. Flüchtlinge lassen Armenzahlen wachsen

Durch den großen Zustrom an Flüchtlingen wächst auch die Armut in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht davon aus, dass die große Mehrheit der Flüchtlinge zunächst auf Sozialleistungen angewiesen sein wird. "Sollten rund 800.000 Flüchtlinge in Deutschland von Transferleistungen leben, steigt die Armutsquote von 15,4 auf 16,1 Prozent", heißt es in einer Expertise des arbeitgebernahen Instituts.

Kämen bis Ende nächsten Jahres insgesamt 1,6 Millionen Flüchtlinge ins Land und müssten hier vom Staat versorgt werden, sei mit einem weiteren Anstieg auf 16,9 Prozent zu rechnen.
Laut Arbeitsagentur finden im Durchschnitt nur acht Prozent aller Flüchtlinge bereits im ersten Jahr einen Job. Nach fünf Jahren trifft dies immerhin auf jeden Zweiten zu. Das Bundesarbeitsministerium rechnet mit bis zu 460.000 Flüchtlingen, die zusätzlich Hartz-IV-Leistungen beantragen müssen.
Ende März müssen wir raus. Der Vermieter hat uns einfach gekündigt
9. Weihnachten im Obdachlosenheim - Hunderttausende Wohnungslose

Familie Lacatusu hat diesmal keinen Christbaum aufgestellt. "Uns ist nicht zum Feiern", sagt Nicoleta Lacatusu. Zu sechst wohnt die Familie in einer kleinen Wohnung in Putzbrunn bei München – zumindest noch. "Ende März müssen wir raus. Der Vermieter hat uns einfach gekündigt", sagt die Frau mittleren Alters. Dutzende Wohnungen habe sie seither angesehen. Immer habe es geheißen, man rufe sie zurück. "Doch niemand meldete sich."

In vielen großen Städten wie München, Stuttgart oder Hamburg war die Miete bereits vor Beginn der Flüchtlingskrise für Geringverdiener und Teile der Mittelschicht zunehmend unbezahlbar geworden. Bundesweit hatten der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe zufolge im vergangenen Jahr bereits 335.000 Menschen keine Wohnung, im Jahr 2018 sollen es bereits 560.000 sein.

Kein Wunder: Von 2002 bis 2013 hat sich die Anzahl der Sozialwohnungen dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zufolge deutschlandweit von 2,47 Millionen auf 1,47 Millionen beinahe halbiert.
Wer etwa in München eine Drei-Zimmer-Wohnung sucht, muss in der Regel Mieten von 15 bis 20 Euro kalt pro Quadratmeter einkalkulieren. Doch warm 1000 bis 1500 Euro im Monat für ein Zuhause kann selbst der Mittelstand oft kaum noch stemmen.

10. Reiche an Kosten beteiligen

Damit es in Deutschland künftig gerechter zugeht, fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband einen Ausbau von Hilfen für Alleinerziehende und Bildungsmöglichkeiten für Kinder aus armen Haushalten sowie einen höheren Hartz-IV-Satz. Auch sei eine Steigerung des Rentenniveaus auf mindestens 50 Prozent für unerlässlich, um die Altersarmut einzudämmen. Die Linke fordert gar eine "Solidarische Mindestrente" von 1050 Euro netto.

Der Kinderschutzbund setzt sich für eine Kindergrundsicherung für alle in Höhe von 536 Euro monatlich ein. Immer wieder diskutiert wird zudem ein bedingungsloses Grundeinkommen. So müsste niemand mehr bei den Ämtern betteln.

Die meisten Parteien lehnen dies aber ab. Die Union etwa möchte stattdessen mit einer wirtschaftsfreundlicheren Politik mehr Menschen in Lohn und Brot bringen.

Klar ist: Die im internationalen Vergleich sehr niedrigen Bildungsausgaben im frühkindlichen Bereich müssen dringend steigen – nur so können die Chancen bildungsferner Schichten verbessert werden.
Doch wer zahlt die Rechnung? Die Superreichen in diesem Land müssen etwas von ihrem Vermögen abgeben. Bislang besitzt allein das reichste Prozentein Drittel des gesamten Privatvermögens.

Während die Einkommensteuer für hart arbeitende Menschen in Deutschland relativ hoch ist, lassen sich selbst Milliardenvermögen zu extrem niedrigen Steuersätzen vererben. Hier sollte die Politik dringend etwas ändern, um den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen und zudem, die Kosten der Flüchtlingskrise stemmen zu können. Dies wäre auch ein Schritt in Richtung zu einer echten Leistungsgesellschaft.

* Name geändert


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